#15: Roadtrip

Moin!

Die letzten Tage hatten es in sich. Mittwoch Konzert, Donnerstag Pubquiz, Freitag Essen gehen, Samstag Giant Causeway, Sonntag Wicklow Mountains, Montag und Dienstag Gruppenklausur der heimischen AG (wenn auch nur virtuell dabei). Und nebenbei noch an der Bewerbung zur Aufnahme in die Global Young Academy gefeilt und final eingereicht. Aber immer schön der Reihe nach.

Vor gut einem Jahr hat mir die kanadische Indierock-Band “Metric” noch rein gar nichts gesagt. Dem Youtube Music Algorithmus sei Dank, sind dann irgendwann deren Lieder in meine Playlist gespült worden. Cooler Sound, dachte ich mir, und bin von da an auf den Geschmack gekommen. Und nun, vor ein paar Wochen, hat mir wieder dieses YouTube Vorschläge für Konzertauftritte in Dublin und Umgebung gemacht. Siehe da, Metric war auch dabei und hatte sich für Anfang September angekündigt. Freudestrahlend leitete ich den Bestellvorgang ein.

Mit ähnlicher Freude machte ich mich auf den Weg zum 3Olympia Theater im Temple Bar Viertel von Dublin. Es hatte schon was ganz eigenes: Eine schmucke Einrichtung mit Logen, Balkonen, Spiegeln und gepolsterten Stühlen. Und dann unten die Bühne für die Bands (neben Metric spielten noch Stars und Broken Social Scene vorneweg). Wie eine moderne Oper, nur ohne Rahmenhandlung. Es hat, trotz Sitzplatzes, sehr viel Spaß gemacht, gerade weil die Bands hin und wieder gemeinsam gespielt haben.

Vorhang auf für Metric

Kurz nach Ende des Konzerts war es Zeit für eine kleine Wiedervereinigung: Der liebe Nils ist am selben Abend in Dublin gelandet und, wie es der Zufall so wollte, haben wir uns recht schnell in der Innenstadt gefunden. Immer erwärmend, ein freundliches Gesicht nach längerer Zeit wiederzusehen!

Am nächsten Tag machte ich mich nach Feierabend zum Pub “Black Sheep” auf. Ich traf Nils vor dem Eingang und im Inneren wurden wir in ein Hinterzimmer im Keller gelotst. Nicht für verbotenes Glücksspiel oder so, sondern zum Quizzen. Das heutige Thema: Wissen zu “Harry Potter und der Halbblutprinz” (sowohl Buch als auch Film) und aus dem Harry-Potter-Universum generell. Wir durften uns mit vier weiteren Mutigen zusammenschließen, um gegen andere Teams um die Preise zu “nerden”. Nils und ich mussten dabei feststellen, dass unser Wissen in dieser Angelegenheit nur von begrenztem Wert war und überließen größtenteils den anderen das Beantworten der Fragen. Fast hätte es dabei mit dem Podium geklappt, aber nur fast. Am Ende ging es hauptsächlich um den “Craic”.

Am Abend darauf (Nils war vorher in Galway unterwegs gewesen) trafen wir uns in “Nancy’s Hands” zum Schmausen und Beraten für das anstehende Wochenende. Ein Mietwagen war geordert und musste Samstagmorgen am Flughafen abgeholt werden. Also haben wir uns entsprechend in der Frühe auf den Weg gemacht und waren ab 10 Uhr (mit ein paar Widrigkeiten, überhaupt in die Mietstation reinzukommen) bereit für den ersten Roadtrip. Da muss ich zuallererst ein großes Dankeschön loswerden, weil Nils sich komplett fürs Fahren bereit erklärt hat. Was bei den irischen Straßenverhältnissen kein Sonntagsspaziergang ist. Bester Mann!

Ok, let’s go!

Nach etwa 3 Stunden sind wir an der Nordküste der Insel angekommen und haben unser Tagesziel erreicht: den Giant’s Causeway. Wer mit den anderen Blogeinträgen vertraut ist, weiß bereits, welcher Mythos sich um diese bizarre Steinformation rankt. Schon allein Bilder davon zu sehen ist krass, und selber drauf rumgelaufen zu sein ist, als wären wir auf einen anderen Planeten gebeamt worden. Es hätte mich fast dazu gebracht, mich ernsthaft mit Geologie zu beschäftigen. So weiß ich nur aufgrund eines kurzen Rumschweifens im Besucherzentrum, dass es sich um erstarrte Lava handelt, die aus irgendeinem Grund beim Abkühlen diese hexagonalen Säulen geformt hat. Was es nicht alles gibt!

Für den Rückweg nach Dublin wählten wir die Küstenstraße bis nach Belfast. Auch hier gab es die eine oder andere schöne Kulisse. In Belfast angekommen, war es dann erstmal Zeit zum Dinieren. Wir wählten ein vegetarisches Asian-Fusion-Restaurant und erfreuten uns an unseren Nudelgerichten. Dennoch musste Nils noch eine zweistündige Fahrt bis nach Dublin bewältigen. Wir fanden dankenswerterweise einen freien Parkplatz direkt vor Nils’ Unterkunft und verabredeten uns für den nächsten Morgen.

Frisch, frei, fröhlich machten wir uns auf den Weg nach Bray (wird übrigens nicht wie vom Navi als “Brei” ausgesprochen). An der Promenade angekommen, fanden wir schnell unseren Bestimmungsort: eine Aktion namens “Dip for Jigsaw”. Jigsaw ist eine gemeinnützige Organisation, die sich für die mentale Gesundheit junger Menschen stark macht. Ein sehr wichtiges Thema in unserer immer weiter herausfordernden Welt. Der Plan: Punkt 10:30 vom Strand ins (nicht jetzt gerade super angenehme) Wasser eintauchen, als hoffentlich wirksame Aktion. Vorher haben wir uns auf der Rudermaschine und bei Atemübungen physisch und psychisch auf das Bevorstehende vorbereitet. Viele Menschen sind am Ende zusammengekommen, um Jigsaw zu unterstützen. Aufs Kommando sprinteten alle ins Wasser – ein verbindendes Erlebnis!

“Dip for Jigsaw” war ein Erfolg, würde ich meinen

Abgetrocknet und zum Auto zurückgegangen, steuerte Nils die anderen Stationen des Tages an: den Powerscourt-Wasserfall, das schicke Örtchen Glendalough und “Johnny Fox’s Pub” fürs Abendessen. Obwohl vor der Einfahrt zum Wasserfall Eintritt kassiert wurde und wir uns das Ganze deswegen stark überlegt haben, zogen wir durch – und wurden nicht enttäuscht. Wir waren beeindruckt von der Ansicht des Wasserfalls. Die Eigentümer des Geländes hatten extra Grillplätze aufgestellt, was viele Menschen dazu ermutigte, ihren Sonntag im Freien zu verbringen. Apropos, in Glendalough waren wir viel in Bewegung, besuchten die alte Abtei, erklommen einen Berg, und besuchten das Ufer des Upper Lake (welcher ebenfalls in einem früheren Blogeintrag einen Auftritt hat). Dann war es Zeit zum Pub zu fahren, wobei wir nach der Ankunft erstmal feststellen mussten, dass eine Reservierung vorab bei einem der beliebtesten Ausflugsziele der Region schlau gewesen wäre. Naja, immerhin waren es nur 45 Minuten Wartezeit. Das Essen war dafür premium und es gab Live-Musik (jetzt in Irland nichts Besonderes, aber immerhin) auf die Ohren. Es hat alles mit der Abgabe des Autos am Flughafen und der Rückfahrt in die Stadt wie am Schnürchen geklappt. Ein intensives, wunderbares Wochenende, welches ich nicht so schnell vergessen werde. Danke, Nils, fürs Vorbeischauen!

Und zum Abschluss sei mir noch ein kleiner Hinweis erlaubt: Kommenden Sonntag steigt der Halbmarathon in Belfast. Es haben sich bereits unglaublich viele Spender für die “Children’s Cancer Unit Charity” gefunden, für welche ich laufen werde. Fantastisch! Wer zusätzlich unterstützen möchte (auch nach dem Lauf wird die Spendenseite noch einige Zeit aktiv bleiben), kann dies sehr gerne unter folgendem Link tun:
https://eventmaster.ie/fundraising/pages/RH39031690