#14: Wolken

Moin!

Wind. Regen. Sonnenschein. Alle geben sich manchmal am selben Tag die Ehre. Während ich diese Zeilen schreibe, ziehen rot getünchte Wolken über einen blassblauen Himmel, während der Abend in die Nacht übergeht. Heute Morgen musste ich gegen den übelgelaunten Wind den Weg zur Uni erkämpfen, über den Nachmittag hat die Dusche von oben das Rad gewaschen, und dann zum Feierabend hat die Sonne das Wochenende eingeläutet. Es ist schlichtweg unvorhersehbar; dem Wetterbericht ist meistens nicht zu trauen. Und dennoch zeichnet sich der hereinbrechende Herbst so langsam ab: die Bäume beginnen ihre Metamorphose, die Tage sind wieder deutlich früher zu Ende, es wird kälter und nasser. So, wie letzten Donnerstagabend, als der Himmel seine Schleusen bis zum Anschlag geöffnet hat. Unterwegs in der Innenstadt erklang der trockene Ausspruch eines Begleiters, welcher viele Jahre an der Westküste gelebt hat: “Das ist angemessener Galway-Regen!” Angeblich gibt es nirgendwo wie in Irland so viele unterschiedliche Bezeichnungen für Regen, je nach Form und Ausführung. Zwei Beispiele: Kommt der Regen hart und vertikal von oben, ist es “pissing”; wird er jedoch durch Wind zusätzlich diagonal getrieben, so geht es über in “lashing”.

Frischer Eindruck vom Dubliner Abendhimmel

So ein bisschen kann das Wetter aber ruhig noch sommerlich bleiben. Die längeren Regenperioden sind ausgeblieben; es waren durchgehend tagsüber etwas über 20 °C. Mir wurde bescheinigt, wie viel Glück ich mit den äußerlichen Umständen hatte; so trocken ist der Sommer in den letzten Jahren nicht gewesen. Gut für Reisende, die gerne draußen unterwegs sind, schlecht für Landwirte und alle, die noch auf Regenwasser angewiesen sind (am Ende so ziemlich alle). Die meisten scheint es in den letzten Wochen und Monaten jedoch erfreut zu haben, nach einem Winter mit fast durchgängigem Regen. Die Angst, dass dieser nach seinem Sabbat mit aller Macht zum Herbst zurückkehrt, ist also nicht ganz unberechtigt. Wie eingangs erwähnt, darf dies bitte noch warten. Denn schließlich steht im September doppelter Besuch an, auf den ich mich unheimlich freue! Und ich will nur ungern meine Lieben mit “Bucketing Rain” oder “Heavens opened” begrüßen. Dann doch lieber schön im Wechsel mit erfrischendem Wind und wärmender Sonne.

Wir sehen uns bald!