#9: Ursprung

Moin!

Die Zeit zur Enthüllung ist gekommen. Wer sich bisher gefragt hat, warum zu Hölle der Blog so heißt wie er heißt, wird jetzt aufgeklärt. Die genaue Ursprungsgeschichte ist zu lang, um sie hier niederzuschreiben. Fakt ist jedoch, dass Rapaki ein Papagei ist. Ein Papagei, der auf vielen Reisen ein treuer Begleiter war und hoffentlich auch noch bleiben wird. Umso beschämender, dass Rapaki es erst mit Verspätung nach Irland geschafft hat. Ich hatte ihn schlichtweg daheim vergessen. Über den Umweg Wien ist er nun nachgezogen und kann somit wieder “mitfliegen”. Ob als Glücksbringer im Labor oder erfahrener Reiseleiter, jetzt kann nichts mehr schiefgehen.

Als Erstes durfte Rapaki sich die Stadt Galway anschauen
Ratten mit Flügeln

Natürlich muss Rapaki erstmal lernen, mit dem einheimischen Vogelvolk klarzukommen. Das sind u.a. Elstern, Krähen, Tauben und ganz ganz viele Möwen. In verschiedensten Formen und Ausfertigungen. Und jeder, der schon mal am Strand etwas ungestört essen wollte, weiß, mit Möwen in der Nähe wird das tricky. Bei meinem letzten Wochenendausflug nach Galway bezeichnete der dortige Stadtführer sie nicht umsonst als “Rats with wings”, also Ratten mit Flügeln. Laut seinen Erzählungen sind die Möwen am zentralen Platz, dem Eyre Square, so dreist, dass sie den Leuten das Essen sogar aus der Hand stehlen. Ich konnte es mir bildlich vorstellen, laufen hier doch sehr viele nichtsahnende “Opfer” über den Platz, beispielsweise mit einer deftigen Portion Fish and Chips bereit zum Verzehr. Dieses Gericht konnte ich mir in Galway in geschützterer Atmosphäre einverleiben, im Restaurant “McDonagh’s”. Die Empfehlung hierfür erhielt ich dankenswerterweise von unserem Stadtführer Oisin. Ich konnte dabei meinen Ohren erstmal nicht glauben, hatte ich doch zunächst den Vorschlag “McDonald’s” vernommen.

Vergessen zu erwähnen: Enten gibt es natürlich auch zuhauf!
Blindflug

Weswegen es mich nach Galway getrieben hat: Zum einen die Besichtigung einer kleinen, aber sehr feinen Stadt (einigen vielleicht ein Begriff aus dem Ed Sheeran Song “Galway Girl”) und zum anderen das Galway International Arts Festival. Man sollte schließlich auch die kulturelle Weiterbildung nicht vernachlässigen. Und so kam es, dass ich mich für drei Events anmeldete: zwei immersive audiovisuelle Installationen und eine Zirkusvorstellung mit Schwerpunkt auf Akrobatik zum krönenden Abschluss des Tages. Letztere war die Show “Carnation” (Nelke) des walisischen NoFit State Circus. Ein sehr bewegendes Spektakel mit einer imposanten Mischung aus Witz, Flugshows, Balanceakten und (mein persönliches Highlight) Live-Musik.

Was mich jedoch am meisten nachhaltig beeindruckt hat, war die Installation “Flight” (Flug). Die Idee simpel und gleichzeitig genial erschreckend. Alle “Fluggäste” betreten einen Schiffscontainer, der im Inneren wie die Economy-Klasse eines Linienfliegers ausgestattet ist (inklusive unbequemer Sitze und so gut wie keiner Beinfreiheit). Es wird einem per Zufall ein Sitz zugewiesen, das heißt, man wird ziemlich sicher von seiner Gruppe getrennt. Am Platz befinden sich Kopfhörer, die richtig herum aufgesetzt werden sollen, bevor auf den kleinen Displays an der Decke ein Intro läuft. Danach passiert das Unangenehme: Das Licht geht komplett aus und jeder sitzt in kompletter Finsternis da. Es gibt eine kurze Eingewöhnungsphase, wonach das Licht nochmal angemacht wird, damit alle, die sich mit der Dunkelheit unwohl fühlen, noch die Chance haben, aus dem Flugzeug auszusteigen. Mir war da auf jeden Fall schon sehr mulmig zumute. Aber Augen zu (in dem Fall nicht nötig) und durch. Innerhalb der folgenden knapp 20 Minuten wurden alle über das Kopfhörer-Audio in eine fesselnde Geschichte über Leben, Tod, alternative Realitäten und Bestimmung geworfen. Unterstützt durch Vibrationen und rüttelnde Sitze (nicht vergessen, man hat absolut nichts gesehen) kam bei mir sowas von der Angstschweiß hervor. Ich war schon einigermaßen froh, dass es dann auch wieder vorbei war und musste mir im Anschluss eine kräftigende Mahlzeit gönnen.

Wohin führt dich dein nächster Flug?