Moin!
Seit gut 2 Wochen ist nichts mehr runtergekommen von oben. Hier, selbst im Sommer, eine Rarität! Und so ist es bei konstanten 23 Grad tagsüber und Sonnenschein mit gelegentlichen Wolken angenehm bis tolerabel. Dabei ist Wasser in Dublin allgegenwärtig, logisch, direkt vor der Haustür ist schließlich die Irische See. Fünf Wasserstraßen ragen von hier aus wie eine langfingrige Hand in die Stadt hinein. Die größte davon, quasi der Mittelfinger, ist der Liffey-Fluss. Ohne Frage ist der Liffey die Lebensader der Stadt, gerade jetzt im Sommer sieht man viele Touris in das angeschlossene Temple-Bar-Viertel strömen. Gleichzeitig teilt der Liffey die Stadt in zwei Hälften: der Norden, der (natürlich) als rauer gilt, und der Süden, eher so die Schicki-Micki-Gegend.

Mit dem Fluss gehen
Sowohl im Norden als auch im Süden der Stadt gibt es jeweils einen weiteren kleineren Fluss und einen Kanal. Der Liffey ist da, wenn man so möchte, wie ein Spiegel. Im Norden bahnen sich der Tolka-Fluss und der Royal Canal ihren Weg, im Süden der Dodder-Fluss und der Grand Canal. Besonders dem Dodder bin ich bislang häufig gefolgt, fließt er doch nah am Uni-Campus und meinem Wohnviertel. Da, wo der Dodder vom Liffey abzweigt, befinden sich die Grand Canal Docks: ein Hafenbecken, umrahmt von Büro- und Wohntürmen mit trendiger Architektur. Die Gegend ist auch als Silicon Docks bekannt, da große Spieler im Tech-Business wie Google ihren Hauptsitz dort hingelegt haben. Einladend zum Spazierengehen und Startpunkt des Grand Canal Greenways, falls man mal Lust auf eine Fahrradspritztour raus aus der Stadt hat.

Sport auf dem Wasser
Was mir persönlich am meisten Spaß macht, ist das Wasser nicht nur von außen zu betrachten, sondern aktiv in Verbindung zu treten. Da kommt es gerade recht, dass Wassersport einen großen Anteil am Dubliner Freizeitgeschehen hat. Besonders häufig sind Segelboote in allen Größen und Formen entlang der Küste zu entdecken. Bereits die ganz Kleinen werden in Miniaturausgaben mit einem Segel an die Kraft des Windes herangeführt. Mit mehr Erfahrung geht es womöglich auf die größeren Yachten, deren Crew schon mal aus bis zu zehn Mitgliedern bestehen kann, die alle wohl koordiniert werden müssen. Es gibt für die Herausforderungssuchenden Wettbewerbe wie etwa Rennen zwischen Wales und Irland oder einmal um die komplette irische Insel drumherum. Wem der Wind als zu willkürlich erscheint, kann sich aber auch stattdessen auf ein Paddel oder einen Motor zum Vorwärtskommen verlassen. Besonders im Hafen des Viertels Dun Laoghaire gibt es ein großes Angebot an Ausleihstellen für Standup-Paddelboards und Kajaks sowie an Vergnügungsfahrten durch die Dubliner Bucht. Ein paar dieser Aktivitäten konnte ich bislang dankenswerterweise über meine Unterkunft in Anspruch nehmen. Ach ja, und Schwimmen ist natürlich auch ein großes Thema bei einer Küstenstadt. Sobald die Sonne scheint, geht die Badesaison los, vor allem beim jüngeren Volk. Mir ist das bisher zu heikel gewesen, hab ich doch zu viel Schiss vor der umklammernden Kälte der unbarmherzigen See. Jetzt, wo der August anklopft und sich das Wasser immer weiter aufheizt, wird’s aber bestimmt das ein oder andere Mal an den Strand gehen.
Auf eine feuchtfröhliche Zeit!






