Moin!
Was macht einen Ort besonders? Die äußerlichen Merkmale zählen sicherlich. Gibt es hier besonders einzigartige Gebäude? Wie viel Natur gibt es hier zu sehen? Wo sind die “Hotspots”, an denen sich zum einen die Einheimischen, zum anderen die Besucher gerne aufhalten?
Viel wird in dem Zusammenhang vom Stadtbild gesprochen. Also wenn man ein T-Shirt als Werbung für die Stadt designen müsste, welche markanten Bauten/Statuen/Denkmäler/etc. müssen da einfach drauf kommen? Für Dublin gibt es diese selbstverständlich auch. Es kommt aber auch so ein bisschen auf die persönliche Wahrnehmung der Stadt an. Für mich sind es beispielsweise die Berge im Süden: In der Ferne grüßend, laden sie dazu ein, der Stadt auf die Schnelle zu entfliehen und einen Tag oder so in der Natur zu verbringen.

Ebbe und Flut
Apropos der Stadt entfliehen: Hierfür eignen sich ebenfalls hervorragend Spaziergänge entlang der Bucht von Dublin. Dank der mächtigen Gezeiten, die zweimal am Tag für Wasserhöchst- und -tiefstände sorgen, sieht der Blick aufs Meer hinaus jedes Mal anders aus. In Kombination mit dem Farbenspiel bei untergehender Sonne: Ein Traum! Immer mit dabei (wenn wir wieder auf das Thema Stadtbild zurückkommen): Die beiden rot-weiß gestreiften Türme des stillgelegten Poolbeg-Kraftwerks, gelegen auf einer schmalen Halbinsel, die in die Bucht hineinragt. Ein unverkennbarer Anblick von nah und fern. Sobald man diese beiden “Antennen” erblickt, weiß man, dass man sich Dublin nähert. Es gibt ja diese ikonischen Bauten. Paris hat den Eiffelturm, New York die Skyline von Manhattan, Kassel den Herkules. In Dublin sind es eben die Poolbeg Tower, im Volksmund auch “Stacks” genannt. Und um nochmal den Spaziergang am nahegelegenen Strand aufzugreifen: Wenn das Wasser sich verzogen hat, kann man im Prinzip den Boden der Bucht mit seinen vielen Muscheln und Steinen einmal gründlich erkunden.







Kastenkunst
Was macht einen Ort noch besonders? Für mich ist es interessant zu beobachten, wie “gewöhnliche” Objekte, die wir im Alltagsgeschehen eher nicht so sehr wahrnehmen, gestaltet sind. Das können etwa Straßenlampen sein. Oder Postkästen (hier in einem tiefen Grün gehalten). Am auffallendsten sind jedoch diese kleinen Blöcke, die hin und wieder an der Straße stehen und Anschlüsse für z.B. Internetkabel beinhalten. In schöner Regelmäßigkeit sind diese von lokalen Künstlern mit verschiedensten Motiven bunt angestrichen worden. Jetzt keine großen Hingucker, aber etwas, das, wie ich finde, den Straßen der Stadt einen zusätzlichen Charme verleiht. Ich versuche, wenn ich einen neuen Kasten erblicke, ein Foto zu machen. So kommt am Ende hoffentlich eine kleine Sammlung zusammen.


Gutes Essen, Gutes Leben
Die ortstypische Kost, gerade wenn man der Kulinarik nicht abgeneigt ist (neudeutsch gerne auch als “Foodie” bezeichnet), ist ebenfalls nicht zu verachten. Was jetzt wirklich typisches irisches oder Dubliner Essen angeht, bin ich noch etwas überfragt. An der Küste sind sicherlich Fisch und Meeresfrüchte sehr beliebt. Vom klassischen britischen Fisch & Chips bis hin zum Seafood Chowder, einer Suppe, die alles Mögliche beinhalten kann, was das Meer so hergibt. Durch eine Unterhaltung mit einem netten älteren Herrn auf einer Wanderung habe ich erfahren, dass “Bacon and Cabbage”, also Speck und Kohl, ein traditionell irisches Gericht sein soll. Auch den “Shepherd’s Pie”, einen Auflauf aus gehacktem Lammfleisch und Kartoffelpüree, gibt es häufig auf der Speisekarte. Wobei dieser auch eher britischen Ursprungs ist. Nicht weiter verwunderlich, schließlich ist die Geschichte des Landes sehr eng mit dem britischen Empire verwoben. Genereller Trend: Es wird sehr herzhaft gegessen und, wie soll es auch anders sein, das ein oder andere Pint dazu getrunken.
Es ist wahrscheinlich nicht sehr überraschend, dass es auch ein reiches Angebot an internationaler Küche in der Stadt gibt. Davon konnte ich einen Eindruck beim “The Taste of Dublin” – Festival vor gut einer Woche erhalten. Bekannte Restaurants verschiedenster Nationalitäten wurden hierbei eingeladen, die Besucher mit ihren Hausgerichten (“Signature Dishes”) zu verköstigen. All das, muss man leider auch dazu sagen, für Dublin-typische stolze Preise. Egal, dachte ich mir, “Taste of Dublin” ist nur einmal im Jahr. Wahrscheinlich für mich sogar nur einmal im Leben. Also probierte ich mich ein wenig durch (es gab immerhin auch hier und da was Gratis) und schaute Köchinnen/Köchen bei der Ausführung ihres Handwerks zu (um vielleicht auch selber was Lehrreiches mitzunehmen). Am Ende lecker gegessen bei schönem Wetter; manchmal kann es so einfach sein.
Zum Schluss noch ein wenig Werbung. Schließlich bezahlt sich hier nicht alles von alleine. Jeden Sonntag zwischen 11 und 16 Uhr findet im Herbert’s Park in Ballsbridge so eine Art Wochenmarkt statt. Alle möglichen Produkte von lokalen Anbietern gibt es hier zu bestaunen, umgeben von idyllischer Parklandschaft. Von portugiesischen Pastel de Nata bis hin zu venezolanischen Arepas sind zusätzlich verschiedenste Köstlichkeiten im Angebot. Schmackofatz!


Bleibt stabil bei der derzeitigen Hitze!